Gestern war
die erste Metanight im
Metalab. Es war sehr nett, auch wenn weniger Leute da waren als erwartet. Ich jedenfalls bin fix und fertig. Obwohl - oder moeglicherweise gerade weil - ich die letzten paar Stunden der Party mit meiner Jacke als Decke auf einer Couch schlafend verbracht habe. Irgendwie erinnert mich der gestrige Abend ein bischen an eine Stelle am Anfang von "Fear and Loathing in Las Vegas".
Wir hatten zwei Beutel Gras, 75 Kügelchen Meskalin, fünf Löschblattbögen extrastarkes Acid, einen Salzstreuer halbvoll mit Kokain und ein ganzes Spektrum vielfarbiger Uppers, Downers, Heuler, Lacher, einen Liter Tequila, eine Flasche Rum, eine Kiste Bier, einen halben Liter Äther und zwei Dutzend Poppers. Nicht, dass wir das alles für unsere Tour brauchten, aber wenn man sich erstmal vorgenommen hat, eine ernsthafte Drogensammlung anzulegen, dann neigt man dazu, extrem zu werden ..."
Nein - nichts dergleichen. Ueberhauptnicht. Ich kann auch ohne Drogen keinen Spass haben. Ich dachte da mehr an folgendes:
Ich hielt es fuer unnoetig die zertrifizierten Netzkuenstlern zu erwaehnen - das arme Schwein wuerde sie noch frueh genug sehen.
Nagut - im Original waren es Fledermaeuse. Aber mit den entsprechenden Drogen waeren das die Netzkuenstler vielleicht auch. Versteht mich nicht falsch: Netzkunst ist gut und wichtig. Aber ein paar der Netzkuenstler nehmen sich selbst viel zu Ernst. Und das ist nie gut - egal welcher Profession man nachgeht. Und neben den "Ueblichen Verdaechtigen" des Metalabs sind auf unseren Parties ein grosser Teil der Besucher leider eben jene sich selbst viel zu ernst nehmende Netzkuenstler. Und das finde ich aus zweierlei Gruenden schade:
- Leute die neu bei uns sind bekommen einen verzerrten Eindruck davon wer und was das Metalab ist.
- Neue Bekanntschaften zu machen wird noch mehr zum sozialen russischen Roulette als es das eh schon ist.
In der Sozialpsychologie nennt man so etwas Nutzungsdilemma.
Ich werde wahrscheinlich auch zur naechsten Metanight kommen - es war ja ein netter Abend. Aber mitbringen werde ich so wohl kaum wen der die sozialen Strukturen nicht schon kennt und desshalb auch damit umzugehen weiss.
Was wenn das mehr Leute machen? Ein positiver Regelkreis. Per Definition instabil. Per Definition eine schlechte Idee.
Eine interessante Variante des Gefangenendilemmas: Ich bringe erst meine coolen Leute wenn die anderen Ihre coolen Leute bringen. John F. Nash haette seine Freude.
Aber was solls: In Warheit kenne ich privat in Wien eh kaum Leute die nicht bereits in der einen oder anderen Weise mit dem Metalab zu tun haben. Kein Dilemma. Blos Tragik. Aber es enthebt mich von einer sozialen Verantwortung die ich eh nicht will.
"Auflösung des Tragischen" nennt man so etwas in der Dramaturgie. "Happy End" sagt der Volksmund dazu.