Sunday, December 16. 2007
We make consumption our way of life Posted by Clifford Wolf
in Politik at
11:44
Comments (0) Trackbacks (0) We make consumption our way of life
Ich war gestern (Samstag) auf der Mariahilferstrasse einkaufen. Warum? Weil ich das Gefuehl liebe in der Menge zu baden? Nein - Ich hatte halt gestern die Eingebung, dass ich eine kleine Pinwand brauche um mein Whiteboard ein wenig zu entlasten. Und haette ich das nicht gestern besorgt, dann haette mich diese offene besorgung bis montag beschaefftigt..
..eigentlich bedenklich - dieser drang - eigentlich schon zwang - etwas jetzt gleich kaufen zu muessen. nun - nachdem was ich gestern so gesehen habe: nein. in der form in der ich das bei mir beobachten kann ist das in keinster weise bedenklich. Vielleicht ist ja ein samstag kurz vor Weihnachten nicht representativ fuer unsere Gesellschaft. Vielleicht muss man sich aber manchmal etwas einfach nur vergroesstert ansehen damit einem ein phaenomen so richtig begreiflich wird (bewusst - im sinne von wissen - war mir das ja schon laenger). Victor Lebow hat in den 50er Jahren geschrieben: Our enormously productive economy ...demands that we make consumption our way of life, that we convert the buying and use of goods into rituals, that we seek our spiritual satisfaction, our ego satisfaction, in consumption... We need things consumed, burned up, worn out, replaced, and discarded at an ever increasing rate. Kann man die westliche lebensweise besser auf den punkt bringen? Die belibtesten Freizeitbeschaeftigungen in der westlichen Welt sind: Shoppen und Fernsehen! Einkaufen als Freizeitbeschaeftigung? Warum nicht auch gleich Putzen, Geschirrspuelen und Waesche waschen. Ok - die meisten Sachen die ich kaufe machen mir in der einen oder anderen weise freude (woran man sehen kann das ich gerne esse, denn neben miete, gas, strom, internet und solchen dingen geht dafuer wohl das meiste geld drauf Aber die Leute gestern: Auf der Mariahilferstr. war es echt nicht lustig! Wenn man nicht auf Spezialkassen ausgewichen ist (im Saturn z.Bsp. ist an solchen Tagen die Kasse zur Tiefgarage sehr empfehlenswert: an so einem Tag kommen die wenigsten auf die idee mit dem auto zum Gerngross zu fahren - und dann blenden sie alle aus dass es diese Kasse gibt). Nichtsdestotrotz hat das den meisten wirklich spass gemacht! Seit der flaechigen Einfuehrung des kuenstlichen Lichts ist in der westlichen Welt die Zahl der Schlafstunden sukzessive zurueckgegangen? Und wozu? Damit mir mehr Zeit fuer unsere Hobbies, mehr zeit fuer kreative Entfaltung haben? Nein: Fuer Shoppen und Fernsehen. Neben der auswirkungen die das sich immer schneller drehende Konsumrad auf die Oekologie hat mache ich mir da ehrlich gesagt auch eine menge sorgen um die psychische Volksgesundheit. "Jeder Mensch brauch ein Hobby!", ist ein gaeniger Ausspruch. Zumindest war er das mal.. Wo sind sie hin - die Heerscharen von Hobbyisten. Ich kann mich noch gut erinnern, dass in den 80ern das Wort Hobby deutlich oefter gefallen ist als heute. Jeder hat ein gewisses kreatives Potential - und meiner beobachtung nach werden die Menschen ungluecklich wenn sie dem nicht nachgehen. Modellbau, Musik, Zeichnen und Malen, Tanz, Schreiben, Elektronikbasteln, uvm. all das sind moegliche Ventile die den Menschen das Gefuehl geben etwas geschaffen, etwas erschaffen zu haben. Gerade in einer Zeit mit Fliessbandarbeit, bei der kaum ein Arbeiter sich mit dem finalen Produkt identifiziert, und Buerojobs, wo es sowas wie ein greifbaren Produkt gar nicht mehr gibt, halte ich so ein Ventil fuer wichtiger denn je. Ich denke, dass Shoppen sogar mit genau diesem Trieb etwas zu erschaffen spielt. Nur stellt man halt nichts neues her sondern kauft einfach was neues stattdessen. Das ist viel bequemer. Aber es fehlt auch voellig die Identifikation mit den Sachen und so muss man halt weitershoppen und die befriedigung auf einem hohen niveu zu halten. Gottseidank gibt es ja Fernsehen. Das ist dann die Kompensation dafuer, dass im eigenen Leben so wenig passiert. Und es ist ebenfalls viel bequemer als selbst etwas zu erleben. Wir muessen uns als Gesellschaft aendern. Von einer Kosumgesellschaft zu einer Kreativgesellschaft. Wer dabei um das wirtschaftliche gefuege fuerchtet der hat das nicht zu ende gedacht und ist im industriellen zeitalter steckengeblieben: denn erstens werden die leute immer das ihnen zur verfuegung stehende geld ausgeben. dann halt eben in gueter die langlebiger sind, hoehere qualitaet besitzen und weniger moralischen verschleisz aufweisen und dafuer aber auch teurer sind. zweitens kann man auch mit den hobbies der leute viel geld verdienen, und drittens leben wir im informations- und dienstleistungszeitalter: es ist nicht notwendig mmer schneller immer mehr gueter herzustellen und zu verschrotten um das geld in bewegung zu halten - das geht sehr gut mit produkten die man nicht wegwerfen kann weil sie keine objekte im physikalischen sinne sind. Tuesday, December 11. 2007
Texvc (Mediawiki Formel Konverter ... Posted by Clifford Wolf
in Technical at
20:26
Comments (0) Trackbacks (0) Texvc (Mediawiki Formel Konverter Script)
Es stand schon laenger auf meiner todo-liste: mir mal texvc ansehen, das Ocaml programm das Mediawiki benutzt um Formeln mit TeX zu rendern:
rocket emerge ocaml Kleine demo applikation mit perl (texvc_inplace.pl): #!/usr/bin/perl -pi Rendert PNGs fuer <img texvc="..."/> tags und fuegt die entsprechenden src="..." attribute ein: $ cat demo.html Nice. Tuesday, December 4. 2007
Wikis - A moment of convenience, a ... Posted by Clifford Wolf
in Private at
21:50
Comments (0) Trackbacks (0) Wikis - A moment of convenience, a lifetime of regret
Manches ist so offensichtlich, dass es scheinbar nur die wenigsten wahrnehmen: Wikis sind nicht das Allheilmittel fuer alle Probleme. Es gibt etwas, das geht mit Wikis sehr gut: Vorhandene Information zusammentragen.
Aber diese Informationen dann zu ordnen ist schon deutlich schwieriger. Und da nicht jedes Wiki Enzyklopaeischen Charakter hat ist Ordnung meist eine recht nette sache. Viel zu leicht ist es Sachen ins Wiki unfertig hineinzuwerfen, und viel zu schwer die unfertigen Informationsfragmente die sich nach einiger Zeit im Datengrab Wiki sammeln zu strukturieren und auszuwerten. Wikigaredning ist ein undankbarer Job. Damit das Sinnvoll geschieht muss man schon jemanden bezahlen, oder jemanden mit sehr ausgefallenen Vorlieben finden. Das Metalab Wiki ist da so ein Fall. Die Frontseite und der Terminplan sind meistens gut gewartet. Diese Informationen sind fuer fast jeden wichtig. Demzufolge ist der Terminkalender gut verlinked, gut gewartet und die Hauptseit nett anzusehen. Der Rest ist nicht so toll. Entwender sind die Informationen veraltet oder einfach nicht verlinkt. Wer sich erinnern kann, dass "es da mal so eine Seite zu disem oder jenem Thema gab" ist bei der Stichwortsuche schon mal klar im Vorteil. Die Anderen sterben eben uninformiert. In vielen Projekten, in die ich involviert bin, ist ein Wiki die zentrale Sammelstelle fuer Informationen. Die meisten relevanten Informatioen zu diesen Projekten finde ich in zwischen aber eher in meinen E-Mail Archiven.. Besonders bloed ist es meistens dort wo das Wiki auch zur Kommunikation zur Aussenwelt verwendet wird - wie das z.Bsp. beim Metalab oder auch bei ROCK Linux der Fall ist: Mediawiki als CMS. Sowas ist in der Regel von zwei sich abwechselnden Phasen bestimmt: Die "wir machen jetzt alles neu"-Phase in der einige Entusiasthen beschliessen das Wiki aufzuraeumen und klar zu strukturieren. Diese Phase endet in der Regel damit, das sich irgendwann Leute an dem Projekt beteiligen, die alles Verschlimmbessern, bis alle sehr Frustriert sind und sich wieder den elementaren Fragen des Lebens zuwenden. Dann bleibt ein halb umstrukturiertes Wiki liegen in das die Leute im Anlassfall was dazutragen - meistens nur indem sie eine neue Seite anlegen - sich aber wenig gedanken darueber machen wie jemand diese Seiten denn finden koennte... Informationen finden doppelt und dreifach ihren Weg ins Wiki und liegen schliesslich in zig verschiedenen sich z.T. gegenseitig widersprechenden Varianten auf unterschiedlichen Seiten wieder. Ich bastle gerade fuer das ROCK Linux Wiki an einem MediaWiki-Template plus SPL-Script um die Seiten hierachisch zu ordnen und eine Sitemap autozugenerieren. Mal sehen ob das langfristig was bringt. Wenigstens haette man so dann ein Debug-Tool um schlecht oder gar nicht verlinkte Seiten leichter zu finden. Wirklich schlimm wird es dann, wenn Leute versuchen ein Wiki nicht zum zusammentragen von Informationen sondern zum Diskutieren zu verwenden: Jeder traegt ein und aendert wie er glaubt und am schluss wird sich schon eine Loesung finden. "Wir machen das einfach Wiki-Style" ist ein Satz bei dem ich inzwischen die Waende hochgehen koennte. Das ist etwa so wie bei den Menschen die einem das Wort "Agile Programming" um die Ohren werfen wenn man sie auf Ihren grauenhaft strukturierten und voellig unwartbaren Programmcode anspricht.. Wenn ein Thema auf einer Mailing-Liste disskutiert wird dann, gibt es fast immer Leute die voellig unqualifizierten Schwachsinn zu dem Thema (und vielen anderen Dingen die nie Thema waren) aeussern muessen. Das gute ist: Irgendwann ignorieren die meisten anderen Listenteilnehmer das dann einfach und so loesst sich das Problem von selbst. In einem Wiki ohne Moderator, der auch mal radikal aufraeumt und sich damit sicher nicht beliebt macht, bleiben aber irgendwann die intellektuellen Kurzschluesse dieser Personen stehen weil sich einfach keiner mehr findet der die Energie hat das wieder gerade zu biegen und sich danach der obligaten Diskussion mit dem Verfasser der Aenderung zu stellen. Statt dessen finden sich aber umso schneller einige Wiki-Hilfssherrifs die nach dem Vorbild vonJohann Balhorn hier und da was aendern, sich aber selten Gedanken ueber das "Big-Picture" machen. So kommt es dann, dass es zwar viele Seiten aber kaum uebergreiffende Strukturen gibt, denn fuer diese fuehlt sich ja keiner zustaendig. Der altbekannte Effekt, dass Menschen dazu neigen Dinge die sich nicht verstehen fuer unwichtig zu halten, verleiht diesem Prozess noch etwas zusaetzliche Wuerze.. Anarchie mag als Idee ja recht nett sein, aber mit den Worten von Pierre Joseph Proudhon: „Anarchie ist Ordnung ohne Herrschaft“. Wer einfach nur die Herrschaft weglaesst ohne sich ueber die Ordnung gedanken zu machen, der hat bei der ganzen Sache etwas wesentliches nicht verstanden.. |
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