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\SVNdate $Date: 2005-10-11 17:28:09 +0200 (Tue, 11 Oct 2005) $

\title{Freie Software (OSS) \\ aus der Sicht des Entwicklers}
\author{Clifford Wolf\\
\institution{ROCK Linux - \href{http://www.rocklinux.org/}{http://www.rocklinux.org/}}\\
\institution{Csync2 - \href{http://oss.linbit.com/csync2/}{http://oss.linbit.com/csync2/}}\\
\institution{SPL - \href{http://www.clifford.at/}{http://www.clifford.at/}}}

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\LeftFoot{\href{http://www.clifford.at}{Clifford Wolf}}
\RightFoot{\href{http://www.linbit.com/}{ROCK Linux / Csync2 / SPL}}


\begin{document}

\maketitle

% ============================================================================

\tsectionandpart{Einf\"uhrung}

\begin{slide}{\"Uber den Vortragenden}
\begin{itemize}

\item Gr\"under und Maintainer diverser OSS Projekte wie zum Beispiel
\begin{itemize}
\item ROCK Linux (Linux Distribution Built Kit)
\item Csync2 (Cluster synchronization tool)
\item SPL (Ein Programmiersprachenprojekt)
\end{itemize}

\vspace*{.5cm}
\item Vortragender auf diversen Fachkongressen
\item Mitorganisator diverser Fachkongresse
\item Treibende Kraft hinter der Radiosendung "Nerds on Air"
\item Aktivist des CCC Wien

\vspace*{.5cm}
\item Angestelter bei LINBIT Information Technologies GmbH

\end{itemize}
\end{slide}

\begin{slide}{Freie Software / OSS}
\begin{itemize}

\item "Freie Software" und "Open Source Software" (OSS) sind zwei Bezeichnungen f\"ur
dasselbe Ding.

\vspace*{.5cm}
\item Man kann \"uber alles Religionskriege f\"uhren.

\vspace*{.5cm}
\item Ich bevorzuge den Terminus "Freie Software", weil "Open Source Software"
das Konzept auf einen kleinen Teilaspekt reduziert.

\vspace*{.5cm}
\item Daf\"ur kann man "Open Source Software" besser abk\"urzen.

\end{itemize}
\end{slide}

\begin{slide}{Wer ist Entwickler?}
\begin{itemize}

\item Jeder der Software schreibt bzw. anpasst.
\item .. oder eine derartige Leistung in Auftrag gibt.

\vspace*{.5cm}
\item Immer mehr Softwareprodukte (ob frei oder nicht) haben APIs.
\item Das reicht von Scripting-Support in Office Produkten bis Stored
Procedures in SQL Datenbanken.
\item Unter anderem darum gibt es immer mehr Entwickler.

\vspace*{.5cm}
\item Der Trend geht immer mehr Richtung erweiterbarer Softwareprodukte.
\item OSS ist von Haus aus f\"ur diesen Trend ger\"ustet.

\end{itemize}
\end{slide}

\begin{slide}{OSS Lizenzen}
\begin{itemize}

\item Es gibt eine Reihe von OSS Lizenzen.
\item Zum Beispiel: GPL, LGPL, BSD, Apache Licence, MIT, etc.

\vspace*{.5cm}
\item Die "OpenSource Definition" bestimmt, welche Eigenschaften eine OSS
Lizenz haben muss.
\item Auf http://opensource.org gibt es eine Liste von konformen Lizenzen.

\vspace*{.5cm}
\item OSS Lizenzen haben den Zweck allen Beteiligten die gleichen Rechte
einzur\"aumen.

\vspace*{.5cm}
\item Dieser Vortrag behandelt exemplarisch die GPL.

\end{itemize}
\end{slide}

% ============================================================================

\tsectionandpart{Warum Freie Software}

\begin{slide}{Motivation f\"ur Entwicklungen}
\begin{itemize}

\item Software wird in der Regel entwickelt ..
\begin{itemize}
\item 1. Um durch den Verkauf von Lizenzen Geld zu verdienen oder
\item 2. Um ein Problem des Entwicklers zu L\"osen
\end{itemize}

\vspace*{.5cm}
\item Beide Motivationen sind aus der Sicht des Entwicklers eigenn\"utzig.

\vspace*{.5cm}
\item Im ersten Fall ist es die Aufgabe des freien Marktes, die Verf\"ugbarkeit
von qualitativ hochwertiger Software zu sichern.

\vspace*{.5cm}
\item Im zweiten Fall wird das durch die Personalunion aus Entwickler und
Anwender bewerkstelligt.

\end{itemize}
\end{slide}

\begin{slide}{Marktversagen (1/2)}
\begin{itemize}

\item Bei manchen Produktklassen versagen die Mechanismen des freien Marktes.

\vspace*{.5cm}
\item Software ist ein klassisches Beispiel:
\begin{itemize}
\item Starker Netzwerkeffekt, verst\"arkt durch mangelnde Implementierung
offener Standards.
\item Unter anderem dadurch mangelhafte Vergleichbarkeit der Produkte
verschiedener Hersteller.
\item Dadurch entsteht auch eine extrem starke Kundenbindung.
\item Ein Produzent verdient an qualitativ niederwertiger Software besser
(Updates und Support).
\end{itemize}

\end{itemize}
\end{slide}

\begin{slide}{Marktversagen (2/2)}
\begin{itemize}

\item Es ist nicht selten, dass Kunden Software einsetzten mit der sie
unzufrieden sind aber trozdem nicht den Anbieter wechseln.

\vspace*{.5cm}
\item Anbieter (vor allem Marktf\"uhrer) haben ein essenzielles Interesse an
mangelhafter Kompatibilit\"at und kleinen Bugs.

\vspace*{.5cm}
\item Bei OSS wird der freie Markt der Anbieter und Kunden \"uber den
Kapitalaustausch zusammenf\"uhrt durch eine homogene Community mit
Verdr\"angungswettbewerb ersetzt.

\end{itemize}
\end{slide}

\begin{slide}{Kurze Geschichte der Software}
\begin{itemize}

\item Die ersten Computer waren sehr einfach und hatten extrem wenig Speicher.
\item Keine Trennung zwischen Betriebssystem und Anwendung.
\item Programme liefen "direkt auf der Hardware".

\vspace*{.5cm}
\item Deshalb gab es keine universell einsetzbare Programme.
\item Jeder schrieb seine eigenen Programme.
\item Diese Programme hatten einen \"ahnlichen Status wie Formeln oder
wissenschaftliche Erkenntnisse und wurden anderen frei zug\"anglich gemacht.

\vspace*{.5cm}
\item Erst im Laufe der 70er Jahre wurde nicht-freie Software ein Thema.
\item .. und die Free Software Bewegung wurde als Gegenpol gegr\"undet.

\end{itemize}
\end{slide}

% ============================================================================

\tsectionandpart{Pflichten}

\begin{slide}{F\"ur den Anwender}
\begin{itemize}

\item Freie Software ist nicht Freeware oder Public Domain.
\item OSS Lizenzen gew\"ahren jedermann Rechte, aber auch Pflichten.

\vspace*{.5cm}
\item Reine Anwender, die die Software nur benutzen aber nicht ver\"andern oder
weitergeben treffen keine Pflichten.

\vspace*{.5cm}
\item Wenn Software weitergegeben wird m\"ussen dem Empf\"anger die gleichen
Rechte zugesichert werden wie demjenigen der die Software weitergibt.

\vspace*{.5cm}
\item Weitergabe an Angestellte im Rahmen des Dienstverh\"altnisses gilt nicht
als Weitergabe iSdG.

\end{itemize}
\end{slide}

\begin{slide}{Urheberbezeichnung}
\begin{itemize}

\item Der Urheber von OSS hat ein Recht auf Nennung.

\vspace*{.5cm}
\item Es ist nicht erlaubt, die Arbeit von Anderen als eigene Werke oder Werke
von Dritten uszugeben.

\end{itemize}
\end{slide}

\begin{slide}{Ver\"offentlichungspflicht}
\begin{itemize}

\item Die Ver\"offentlichungspflicht wird oft missverstanden.

\vspace*{.5cm}
\item Es ist nur notwendig, die Sourcen an diejenigen weiterzugeben, an die
auch die Binaries weitergegeben wurden.

\vspace*{.5cm}
\item Eine schriftliche Zusicherung, die Sourcen bei Bedarf weiterzugeben ist
auch ausreichend.

\vspace*{.5cm}
\item Weitergabe an Angestellte im Rahmen des Dienstverh\"altnisses gilt nicht
als Weitergabe iSdG.

\end{itemize}
\end{slide}

\begin{slide}{Derived Work}
\begin{itemize}

\item Diese Pflichten gelten nur f\"ur Arbeiten, die auf OSS basieren.
\item Das nennt man "Derived Work" (abgeleitete Arbeiten).

\vspace*{.5cm}
\item Das trifft nicht zu, wenn man lediglich OSS tools (compiler, etc.) f\"ur
die Entwicklung benutzt, aber nicht Sourcen aus OSS Projekten wiederverwendet.

\vspace*{.5cm}
\item Das heisst, es ist zum Beispiel m\"oglich, propritaere Software f\"ur Linux 
zu entwickeln.

\end{itemize}
\end{slide}

% ============================================================================

\tsectionandpart{Nutzen}

\begin{slide}{Gratis}
\begin{itemize}

\item OSS ist gratis.

\vspace*{.5cm}
\item Oft wird das als einziger Vorteil von OSS dargestellt.

\vspace*{.5cm}
\item In Wahrheit liegen die eigentlichen Vorteile von OSS jedoch in anderen
Bereichen.

\end{itemize}
\end{slide}

\begin{slide}{Schnell Verf\"ugbar}
\begin{itemize}

\item Da f\"ur OSS keine Lizenzgeb\"uhren anfallen, ist OSS immer schnell
verf\"ugbar.

\vspace*{.5cm}
\item Um mehrere OSS Produkte zu vergleichen braucht, man sie nur alle aus
dem Internet runterzuladen.

\vspace*{.5cm}
\item Dabei ist immer der volle Funktionsumfang der Produkte verf\"ugbar.
\item Bei OSS gibt es keine eingeschr\"ankten Test- oder Evaluierungsversionen.

\vspace*{.5cm}
\item Test- und Produktivsysteme k\"onnen jederzeit und sofort installiert werden.

\end{itemize}
\end{slide}

\begin{slide}{Kontrolle}
\begin{itemize}

\item Bei OSS hat jeder volle Einsicht in die Sourcen.
\item Das ist nat\"urlich kein Garant f\"ur fehlerfreie Software.
\item Aber es ist ein wesentlicher Faktor, der sich positiv auf die
Codequalit\"at auswirkt.

\vspace*{.5cm}
\item Aber es erm\"oglicht jedem, einen gefundenen Bug zu beheben.
\item In der Praxis f\"uhrt das dazu, dass ein Bugfix meist bereits mit dem
Bugreport ver\"offentlicht wird.
\item .. oder wenige Stunden sp\"ater verf\"ugbar wird.

\vspace*{.5cm}
\item Es ist f\"ur jeden m\"oglich Code Reviews durchzuf\"uhren.
\item Vollst\"andige Code Reviews sind eher selten.
\item Aber bereits ein relativ kurzer Blick auf den Programmierstil und
die internen APIs erlauben aussagekr\"aftige R\"uckschl\"usse auf die
Codequalit\"at.

\end{itemize}
\end{slide}

\begin{slide}{Erweitern und Anpassen}
\begin{itemize}

\item OSS kann von jedem erweitert und angepasst werden.

\vspace*{.5cm}
\item Darin liegt der prim\"are Vorteil von OSS.

\vspace*{.5cm}
\item OSS kann um jedes beliebige Feature erweitert werden.

\vspace*{.5cm}
\item Kleinere Features extern in Auftrag zu geben ist oft billiger als die
Lizenzen f\"ur propietaere Software.

\end{itemize}
\end{slide}

\begin{slide}{Individualsoftware}
\begin{itemize}

\item Wer eigene OSS Software entwickelt, kann auf ein breites Spektrum von
vorhandenen Komponenten zur\"uckgreifen.

\vspace*{.5cm}
\item Damit sinkt der Aufwand f\"ur die Entwicklung eigener Software drastisch.

\vspace*{.5cm}
\item Wenn die Software nur inhouse verwendet werden soll, gibt es keinen
nennenswerten Unterschied zu nicht-OSS.

\vspace*{.5cm}
\item Marcus Annaeus Lucanus (39 - 65 n.Chr.): \\
Auf die Schultern von Riesen gestellte Pygm\"aen sehen mehr als die Riesen
selbst. \\
{\it (Pigmaei gigantum humeris impositi plusquam ipsi gigantes vident.)}

\end{itemize}
\end{slide}

\begin{slide}{Kontakt halten}
\begin{itemize}

\item Jedes OSS Projekt hat eine Community aus Entwicklern und Anwendern.
\item Wobei die Rollen nicht klar voneinander getrennt sind.

\vspace*{.5cm}
\item Damit sind die Anwender und ihre W\"unsche sehr stark in den
Entwicklungsprozess integriert.

\vspace*{.5cm}
\item Das Wissen \"uber die Interna eines Projektes sind damit breit gef\"achert.

\vspace*{.5cm}
\item Zu jedem grossen OSS Projekt gibt es weltweit Firmen, die Entwickler
besch\"aftigen und Support sowie Weiterentwicklungen anbieten.

\vspace*{.5cm}
\item Erweiterungen werden in der Regel in das Hauptprojekt integriert.

\end{itemize}
\end{slide}

\begin{slide}{Freier Markt (1/2)}
\begin{itemize}

\item F\"ur Support und Weiterentwicklungen gibt es bei OSS voneinander
unabh\"anige Anbieter.

\vspace*{.5cm}
\item Die OSS Projekte selbst stehen in einem freien (Verdr\"angungs-)Wettbewerb.

\vspace*{.5cm}
\item OSS Projekte haben eine bessere Austauschbarkeit als nicht-OSS Projekte:
\begin{itemize}
\item OSS Projekte haben gute Implementierungen von offenen Standards.
\item Es ist m\"oglich, fehlende Import- und Exportfunktionen einzubauen.
\item Fehlende Features k\"onnen nachgebessert werden.
\end{itemize}

\end{itemize}
\end{slide}

\begin{slide}{Freier Markt (2/2)}
\begin{itemize}

\item Das Marktversagen von Software bleibt auch bei OSS bestehen.
\item Aber selbst dort, wo ein OSS Projekt ein Monopol hat, hat niemand die
alleinige Kontrolle \"uber das Projekt.

\vspace*{.5cm}
\item Jeder kann ein OSS Projekt nach eigenen Vorstellungen anpassen oder
sogar einen Fork initiiren.
\item Damit gibt es auch innerhalb jedes OSS Projekts einen Wettbewerb.

\end{itemize}
\end{slide}

% ============================================================================

\tsectionandpart{Gew\"ahrleistung}

\begin{slide}{Gew\"ahrleistungsausschluss}
\begin{itemize}

\item Die meisten OSS Lizenzen beinhalten einen Gew\"ahrleistungsausschluss.

\vspace*{.5cm}
\item Da OSS kostenfrei ist, ist der Gew\"ahrleistungsausschluss
rechtskr\"aftig.

\vspace*{2cm}
\item Das hat nat\"urlich keinerlei Auswirkung auf Schadensersatzanspr\"uche,
die aus Vorsatzdelikten erwachsen.

\end{itemize}
\end{slide}

\begin{slide}{Gew\"ahrleistung durch Dritte}
\begin{itemize}

\item Der Gew\"ahrleistungsausschluss betrifft das Rechtsverh\"altnis zwischen
Anwender und Entwickler.

\vspace*{.5cm}
\item Davon unabh\"anig k\"onnen nat\"urlich zwischen Anwender und Entwickler oder
zwischen Anwender und Dritten Gew\"ahrleistungsvertr\"age abgeschlossen werden.

\vspace*{.5cm}
\item Die meisten Anbieter von OSS L\"osungen bieten so etwas an.
\item Meist ist bei Vetr\"agen mit OSS Consulting Firmen eine Gew\"ahrleistung
bereits durch das UWG impliziert.
\item Im konkreten Fall h\"angt das von der Form der Leistungsbeschreibung ab.

\vspace*{.5cm}
\item Bei solchen Vetr\"agen mit KMUs l\"asst sich ein Gew\"ahrleistungsanspruch
auch sinnvoll einfordern.

\end{itemize}
\end{slide}

% ============================================================================

\tsectionandpart{SCM Systeme}

\begin{slide}{Was sind SCM Systeme}
\begin{itemize}

\item SCM (Source Code Management, Software Configuration Management)
dient der Verwaltung von Files in Projekten.

\vspace*{.5cm}
\item Heutige SCM Systeme erlauben Client-Server Betrieb.
\item .. und erlauben detaillierte Vergabe von Benutzerrechten.

\vspace*{.5cm}
\item In einem SCM ist auch die Geschichte des Projekts gespeichert.

\vspace*{.5cm}
\item Mit SCM Systemen k\"onnen belibig viele Leute gleichzeitig an einem
Projekt arbeiten.

\vspace*{.5cm}
\item In {\it Branches} k\"onnen Teilprojekte unabh\"angig vom Hauptprojekt
arbeiten und nach Fertigstellung ihre Arbeit ins Hauptprojekt {\it mergen}.

\end{itemize}
\end{slide}

\begin{slide}{Kurzer \"Uberblick}
\begin{itemize}

\item CVS
\begin{itemize}
\item Vergleichsweise alt, daher weit verbreitet
\item Relativ schwacher Funktionsumfang
\item Zentraler Ansatz
\end{itemize}

\vspace*{.5cm}
\item Subversion
\begin{itemize}
\item Relativ neu, inzwischen bereits weit verbreitet
\item Bedienung an CVS angelehnt, daher leichte Migration
\item Stabil, performant und m\"achtiger Funktionsumfang
\item Zentraler Ansatz
\end{itemize}

\vspace*{.5cm}
\item GIT
\begin{itemize}
\item F\"ur extrem grosse Projekte besonders geeignet
\item Wird in der Entwicklung des Linux Kernels verwendet
\item Strikt dezentraler Ansatz
\end{itemize}

\end{itemize}
\end{slide}

\begin{slide}{Bedeutung von SCM f\"ur OSS}
\begin{itemize}

\item Durch SCM Systeme verliert man auch in grossen Projekten nicht die
\"Ubersicht.

\vspace*{.5cm}
\item Es ist m\"oglich, mit geringem Aufwand Code-Review Prozesse einzufuehren.

\vspace*{.5cm}
\item Alle \"Anderrungen k\"onnen testweise oder permanent r\"uckg\"angig
gemacht werden.

\vspace*{.5cm}
\item Ein SCM System ist neben einer Mailingliste die wichtigste
Infrastrukturkomponente f\"ur OSS Projekte.

\vspace*{.5cm}
\item Die meisten OSS Projekte haben ein offen einsehbares SCM.
\item Das macht Entwicklung und Debugging auch f\"ur Aussenstehende einfacher.

\end{itemize}
\end{slide}

% ============================================================================

\tsectionandpart{Erfolgreich OSS Entwickeln}

\begin{slide}{The Cathedral and the Bazaar}
\begin{itemize}

\item CATB ist ein Paper von Eric S. Raymond.
\item Raymond ist der Autor von {\tt fetchmail}.

\vspace*{.5cm}
\item Im Paper beschreibt Raymond (am Beispiel von {\tt fetchmail}) wie man
OSS Projekte erfolgreich durchf\"uhrt.

\vspace*{.5cm}
\item Online unter: \\
http://www.catb.org/{\textasciitilde}esr/writings/cathedral-bazaar/

\end{itemize}
\end{slide}

\begin{slide}{Wichtige Regeln f\"ur OSS Projekte}
\begin{itemize}

\item Release Early, Release Often

\vspace*{.5cm}
\item Infrastruktur (Homepage, Mailinglist und SCM)

\vspace*{.5cm}
\item Erste Release sollte bereits lauff\"ahig sein.
\item Vorher gibt es den "OSS-Effekt" nicht.
\item Roadmaps sollten darauf ausgerichtet werden.

\vspace*{.5cm}
\item Binaries und Sourcen sollten leicht zu installieren sein.
\item Konventionen einhalten:
\begin{itemize}
\item {\tt ./configure \&\& make \&\& make install}
\item Abh\"anigkeiten sollten gut dokumentiert sein
\item Statisch gelinkte Binaries als .tar.gz files
\end{itemize}

\end{itemize}
\end{slide}

% ============================================================================

\tsectionandpart{Aus der Praxis}

\begin{slide}{Porr VPN (1/2)}
\begin{itemize}

\item Die Porr AG ist ein internationaler Baukonzern mit mehreren tausend
Angestelte.
\item Wir wurden beauftragt, ein VPN sowie ein Secure Extranet f\"ur die
Konzerninterne Kommunikation zu entwickeln.

\vspace*{.5cm}
\item VPN
\begin{itemize}
\item Einige grosse Standorte sollten mit einem VPN verbunden werden.
\item Es kommen laufend Standorte dazu (derzeit: 36).
\item Wir haben spezielle Linux VPN Router daf\"ur entwickelt.
\item Diese Router werden aus Wien zentral verwaltet.
\item Der Traffic geht nicht \"uber Wien, sondern direkt (full-mesh).
\item Das ergibt $36 * (36-1) = 1260$ statische Routen.
\item Diese (und weitere configs) werden automatisch erstellt.
\item Der Traffic wird mit IPsec verschl\"usselt.
\end{itemize}

\end{itemize}
\end{slide}

\begin{slide}{Porr VPN (2/2)}
\begin{itemize}

\item Secure Extranet
\begin{itemize}
\item Die Porr AG hat noch viele kleinere Standorte.
\item In der Regel sind das Baustellen ohne B\"uroinfrastruktur.
\item F\"ur diese sollten eine Reihe von Web Applikationen \"uber ein secure
Extranet verf\"ugbar sein.
\item Dazu wurden die einzelnen Applikationen \"uber einen Apache reverse-proxy
zu einer grossen Portal-Site zusammengef\"uhrt.
\item Direkter Zugriff auf die Applikationen aus dem Internet ist nicht
erw\"unscht und daher auch nicht m\"oglich.
\item Verschl\"usselung: SSL (HTTPS)
\item Authentifizierung: PINs + RSA SecureID Tokens
\item Dazu musste ein Modul f\"ur den Apache2 Webserver entwickelt werden.
\end{itemize}

\vspace*{.4cm}
\item Ohne die M\"oglichkeit, die verwendeten Softwareprodukte anzupassen,
w\"are das Projekte nicht den Kundenw\"unschen entsprechend m\"oglich gewesen.

\end{itemize}
\end{slide}

\begin{slide}{VIS WLAN}
\begin{itemize}

\item Die Vienna International School (VIS) hat die Konzeption und Umsetzung
eines sicheren WaveLANs f\"ur Sch\"uler und Mitglieder des Lehrk\"orpers in
Auftrag gegeben.

\vspace*{.5cm}
\item Es hat sich gezeigt, dass f\"ur eine m\"oglichst saubere Implementierung
ein neues Feature im Linux Firewalling code sinnvoll w\"ahre.
\item Dieses Feature wurde als Linux Kernel Modul implementiert.

\vspace*{.5cm}
\item Unser Modul diente als Ausgangspunkt f\"ur eine umfassendere
Implementierung, die inzwischen Einzug in die Netfilter 'Patch-O-Matic'
gefunden hat.
\item Diese umfassendere Implementierung wurde ohne unser zutun von den
{\tt ipset} Entwicklern umgesetzt.

\end{itemize}
\end{slide}

\begin{slide}{Bugfixes}
\begin{itemize}

\item Solve Direct: PostgreSQL
\begin{itemize}
\item Symptom: SQL Server Prozess st\"urzt bei einer speziellen Transaction ab.
\item Bug: Fehlerhafter Umgang mit {\tt strncpy()} in der Implementierung einer
speziellen SQL Funktion.
\item Fix: Codepatch f\"ur den PostgreSQL Sourcecode.
\item Gesamtaufwand: 4 Arbeitsstunden
\end{itemize}

\vspace*{.5cm}
\item Raiffeisen Bausparen: SAMBA unter SUN Solaris
\begin{itemize}
\item Symptom: Performanceprobleme bei Directories mit mehreren tausend Files.
\item Bug: Zwei config Optionen, die gemeinsam das Problem beheben w\"urden,
heben sich gegenseitig auf.
\item Fix: Codepatch f\"ur den SAMBA Sourcecode.
\item Gesamtaufwand: 8 Arbeitsstunden vor Ort
\end{itemize}

\end{itemize}
\end{slide}

% ============================================================================

\tsectionandpart{URLs and References}

\begin{slide}{URLs and References}
\begin{itemize}

\item Free Software Foundation, FSF Europe \\
http://www.fsf.org, http://www.fsfe.org

\item OpenSource.Org \\
http://opensource.org

\item The Cathedral and the Bazaar \\
http://www.catb.org/{\textasciitilde}esr/writings/cathedral-bazaar/

\item ROCK Linux - Distribution Development Kit \\
http://www.rocklinux.org/

\item Csync2 - Cluster Syncronization System \\
http://oss.linbit.com/csync2/

\item SPL - The SPL Programming Language \\
http://www.clifford.at/spl/

\item Clifford Wolf: \\
http://www.clifford.at/

\item LINBIT Information Technologies GmbH: \\
http://www.linbit.com/

\end{itemize}
\end{slide}

% ============================================================================

\end{document}

